Mindful Parenting -  Selbsthilfe für gestresste Eltern?

  

Familie, Freizeit und Beruf locker unter einen Hut zu bringen ist bekanntlich nicht immer ganz einfach, aber es gibt lohnenswerte Methoden zur Unterstützung. Ich habe im Frühling 2016 den schweizweit ersten Kurs in Mindful Parenting absolviert und bin hell begeistert davon.

Der Kurs vermittelt ausführlich und logisch die Ursache der stressbedingten impulsiven und automatischen Reaktionsmuster von Eltern im Alltag mit Kindern – insbesondere in herausfordernden Situationen.

In Stresssituationen kann die Methode sofort umgesetzt werden und ermöglicht Alternativen zu den verinnerlichten Reaktionsmustern. Die Konzentration auf die eigenen Körperwahrnehmungen verändert das persönliche Empfinden des betroffenen Elternteils positiv und führt schon damit zu einer raschen De-Eskalation und ermöglicht eine angemessene ruhige und rationale Reaktion auf das Kind.

Die Methode beinhaltet als zentrales Element meditative Übungen, welche gut vermittelt, konsequent geübt und innert der kurzen Frist von 8 Wochen positiv in den Familienalltag integriert werden können. Der Zeitaufwand lohnt sich sehr, da bereits die Kursdauer selbst, ebenso wie die Übungen zu Hause, geschenkte und stressfreie Zeit für den Kursteilnehmer bedeuten.

Das Üben der Methode hat viele positive Effekte neben der Entspannung von Konflikten und der positiveren Wahrnehmung der Familienmitglieder: so kann der Kursteilnehmer mit der Verbesserung des subjektiven Wohlbefindens, der Work-Life-Balance und/oder der Paarbeziehung belohnt werden.

Ich kann diesen Kurs von Walter Weibel in Bern allen interessierten Eltern empfehlen, besonders jedoch gestressten oder emotional belasteten Eltern, Eltern von Kindern mit besonderen Bedürfnissen, mit Regulationsstörungen,  Eltern von Frühgeborenen oder Eltern von Kindern mit ADHS oder Autismus.

 

Dr. med. Tanja Böhlen-Flury,

FMH Kinder- und Jugendmedizin, Bern, 27.06.2016